Du möchtest mit deinem Kind etwas pflanzen, hast aber weder einen großen Garten noch viel Zeit? Dann probiert es doch einmal mit Kresse! Sie wächst schnell, braucht kaum Pflege und lässt sich sogar auf der Fensterbank anbauen.
Das Beste daran: Schon nach wenigen Tagen entdecken Kinder die ersten grünen Keimlinge. Und etwa eine Woche später könnt ihr eure selbst gezogene Kresse ernten.
Für dieses kleine Gartenprojekt reichen fünf Minuten zum Aussäen. Du brauchst weder Vorkenntnisse noch besonderes Gartenzubehör. Ein paar Samen, eine Schale und etwas Wasser genügen.
Kresse pflanzen mit Kindern: Was braucht ihr?
Kresse gehört zu den unkompliziertesten Pflanzen für den Einstieg ins Gärtnern mit Kindern. Ihr könnt sie das ganze Jahr über im Haus aussäen.
Für eure Aussaat benötigt ihr:
- Kressesamen (Gartenkresse)
- Eine flache Schale, einen Teller oder einen kleinen Blumentopf
- Etwas Anzuchterde, Watte oder Küchenpapier
- Eine kleine Gießkanne oder Sprühflasche
- Einen hellen Platz auf der Fensterbank
Du musst dafür nichts Besonderes kaufen. Ein alter Joghurtbecher oder eine wiederverwendete Verpackung kann ebenfalls funktionieren. Wichtig ist nur, dass sich darin keine Staunässe bildet.
Kresse säen mit Kindern – Schritt für Schritt
Die Aussaat ist so einfach, dass schon jüngere Kinder viele Aufgaben selbst übernehmen können.
1. Das Gefäß vorbereiten
Füllt gemeinsam etwas Erde in eine flache Schale und drückt sie leicht an. Alternativ könnt ihr Watte oder mehrere Lagen Küchenpapier verwenden.
2. Kressesamen verteilen
Jetzt dürfen die Kinder die kleinen Samen gleichmäßig auf der Oberfläche verteilen. Sie können relativ dicht beieinanderliegen, sollten aber möglichst nicht übereinander gestapelt werden.
3. Samen befeuchten
Besprüht die Samen vorsichtig mit Wasser. Gartenkresse wird bei dieser Aussaat nicht mit Erde bedeckt. Ein leichtes Andrücken reicht aus.
4. Einen geeigneten Standort suchen
Stellt die Schale an einen hellen Platz ohne starke direkte Mittagssonne. Besonders gut eignet sich eine Fensterbank.
5. Beobachten und pflegen
Haltet die Unterlage gleichmäßig feucht, aber nicht tropfnass. Bei geeigneten Temperaturen zeigen sich häufig schon nach ein bis drei Tagen die ersten Keimlinge.
Und jetzt beginnt für Kinder der spannendste Teil: Jeden Tag verändert sich etwas!
Kresse auf Watte oder Erde pflanzen – was ist besser?
Beide Methoden funktionieren. Welche ihr wählt, hängt davon ab, was ihr mit eurem kleinen Gartenprojekt vorhabt.
Kresse auf Watte oder Küchenpapier
Diese Variante ist besonders unkompliziert. Ihr braucht keine Erde und könnt die Samen auf einer feuchten Unterlage verteilen. Für ein schnelles Experiment auf der Fensterbank ist das ideal.
Kresse in Erde
In Erde können Kinder zusätzlich entdecken, wie sich ein Pflanzsubstrat anfühlt und wie Wurzeln darin wachsen. Das ist besonders interessant, wenn ihr später auch andere Pflanzen aussäen möchtet.
Mein Tipp: Probiert beide Varianten gleichzeitig aus! Dann können die Kinder beobachten, ob die Kresse unterschiedlich schnell wächst. Schon habt ihr ein kleines Pflanzenexperiment.
Wie lange dauert es, bis Kresse wächst?
Kresse gehört zu den schnell keimenden Pflanzen. Bei günstigen Bedingungen könnt ihr ungefähr mit folgendem Ablauf rechnen:
- Tag 1: Die Samen werden ausgesät und befeuchtet.
- Tag 2–3: Erste Wurzeln und kleine Keimlinge werden sichtbar.
- Tag 4–6: Die grünen Pflänzchen wachsen deutlich in die Höhe.
- Tag 7–10: Die Kresse kann häufig bereits geerntet werden.
Die tatsächliche Wachstumsgeschwindigkeit hängt unter anderem von Temperatur, Licht und Feuchtigkeit ab.
Für Kinder ist das besonders motivierend, weil sie nicht wochenlang auf ein Ergebnis warten müssen.
Wie oft muss man Kresse gießen?
Kresse benötigt während der Keimung ausreichend Feuchtigkeit. Die Unterlage sollte deshalb möglichst gleichmäßig feucht bleiben.
Schaut am besten einmal täglich nach, ob Wasser fehlt. Bei trockener Heizungsluft kann auch häufiger etwas Wasser nötig sein. Wichtig ist, dass die Samen nicht dauerhaft im Wasser stehen. Zu viel Feuchtigkeit kann Schimmel begünstigen. Mit einer kleinen Gießkanne oder Ballbrause können Kinder vorsichtig Wasser verteilen, ohne die Samen wegzuspülen.
Warum wächst meine Kresse nicht?
Wenn nach einigen Tagen noch nichts zu sehen ist, kann das unterschiedliche Ursachen haben.
Die Samen sind ausgetrocknet. Besonders Watte und Küchenpapier trocknen auf warmen Fensterbänken schnell aus.
Der Standort ist zu kalt. Bei niedrigen Temperaturen dauert die Keimung häufig länger.
Die Samen sind zu nass. Stehendes Wasser kann die Keimung beeinträchtigen und Schimmel fördern.
Das Saatgut ist nicht mehr keimfähig. Auch ältere oder ungünstig gelagerte Samen können schlechter keimen.
Probiert es bei Bedarf einfach noch einmal. Gerade wenn etwas nicht funktioniert, ergeben sich interessante Fragen: Was brauchen Pflanzen eigentlich zum Wachsen?
Was lernen Kinder beim Kresseanbau?
Beim Gärtnern geht es nicht nur darum, möglichst schnell etwas zu ernten. Kinder erleben unmittelbar, wie aus einem winzigen Samen eine Pflanze entsteht. Sie können beobachten, Fragen stellen und selbst herausfinden, was Pflanzen zum Wachsen brauchen. Dabei entdecken sie ganz nebenbei den Zusammenhang zwischen Saatgut, Wasser, Licht und Wachstum.
Besonders schön finde ich, wenn Kinder eigene Aufgaben übernehmen dürfen. Sie können die Samen verteilen, die Kresse vorsichtig gießen oder jeden Morgen nach Veränderungen schauen. Du musst dabei nicht ständig erklären. Oft reicht schon eine Frage wie: „Was hat sich seit gestern verändert?“ So wird aus einem kleinen Gartenprojekt eine echte Naturerfahrung.
Kresse ernten mit Kindern – so geht’s
Nach ungefähr sieben bis zehn Tagen ist eure Kresse häufig bereit für die Ernte.
Schneidet die grünen Stängel mit einer sauberen Schere knapp oberhalb der Unterlage ab. Achtet darauf, keine Watte oder Erde mitzuschneiden.
Für Kinder ist das ein besonderer Moment: Sie dürfen etwas ernten, das sie selbst ausgesät und gepflegt haben.
Mit einer geeigneten Kinder-Blumenschere können sie das Schneiden unter Aufsicht ausprobieren.
Hier findest du unsere Blumenscheren für Kinder.
Wascht die geerntete Kresse vor dem Essen gründlich unter fließendem Wasser. Verwendet nur frisch und hygienisch gewachsene Kresse ohne Anzeichen von Schimmel oder Verderb.
Zwei einfache Ideen für eure Kresseernte

Mini-Rezept: Kressebrot
Bestreicht eine Scheibe Brot mit Butter oder Frischkäse. Anschließend dürfen die Kinder ihre selbst geerntete Kresse darüberstreuen.

Mini-Rezept: Kräuterquark mit Kresse
Verrührt etwas Quark mit klein geschnittener Kresse und einer Prise Salz. Dazu passen Gemüsesticks, Kartoffeln oder Brot.
Vielleicht möchten die Kinder ihre selbst gezogene Kresse zunächst nur probieren. Das ist völlig in Ordnung. Schon das Säen, Pflegen und Ernten ist eine wertvolle Erfahrung.
Drei weitere Ideen mit Kresse für Kinder
1. Ein Kressegesicht wachsen lassen
Malt ein lustiges Gesicht auf einen Becher und sät die Kresse hinein. Nach einigen Tagen bekommt eure Figur grüne Haare.
2. Ein Kresse-Experiment starten
Stellt zwei Schalen an unterschiedliche Standorte und beobachtet, wie sich die Pflanzen entwickeln. Wichtig ist, dass beide ausreichend Wasser erhalten.
3. Kresse verschenken
Gestaltet gemeinsam ein kleines Pflanzschild und verschenkt eine selbst bepflanzte Schale an Oma, Opa oder andere liebe Menschen.
Was pflanzen wir als Nächstes?
Hat euch das Kresseprojekt Spaß gemacht? Dann könnt ihr euch an Radieschen, Sonnenblumen oder Pflücksalat versuchen. Einige Pflanzen lassen sich schon früh im Jahr auf der Fensterbank vorziehen.
Welche sich dafür eignen, zeige ich dir in meinem Beitrag Aussaat im Februar mit Kindern.
Für eure nächsten Gartenprojekte findest du in meinem Shop für Kinder-Gartenzubehör passende Werkzeuge und praktische Helfer.
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