Gärtnern mit Kindern muss nicht perfekt sein. Es geht nicht darum, den schönsten Gemüsegarten zu haben oder alles richtig zu machen. Viel wichtiger ist der gemeinsame Weg: ausprobieren, beobachten, scheitern und wieder neu beginnen. Genau darin liegt der größte Lernwert – für Kinder und oft auch für uns Erwachsene.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie Gärtnern mit Kindern zu einem Lernprozess wird, der ganz ohne Druck funktioniert. Viele Gedanken und Beispiele stammen aus meinen eigenen Erfahrungen und lassen sich leicht in den Familienalltag integrieren.
Gärtnern bedeutet Lernen – nicht Leistung
Viele starten mit dem Wunsch, ihren Kindern gesunde Ernährung näherzubringen. Das ist ein guter Ansatz. Doch schnell entsteht der Anspruch, alles richtig machen zu wollen. Genau diesen Druck darfst du beim Gärtnern loslassen.
Ein Garten entwickelt sich nicht über Nacht. Pflanzen brauchen Zeit, genauso wie Kinder. Geduld und Gelassenheit spielen dabei eine große Rolle – das durfte auch ich erst lernen. Wenn etwas nicht wächst oder eingeht, ist das kein Misserfolg, sondern Teil des Lernprozesses.
Kinder erleben im Garten ganz konkret, dass ihr Handeln Auswirkungen hat. Sie säen, gießen, warten und sehen Ergebnisse. Das stärkt ihre Selbstständigkeit, ihr Selbstvertrauen und ihre Selbstwirksamkeit – ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Es gibt keinen falschen Zeitpunkt zum Anfangen
Viele Eltern fragen sich, wann der richtige Moment für den Start ist. Meine Erfahrung: Es gibt ihn nicht.
Zu jeder Jahreszeit lässt sich etwas im Garten oder auf dem Balkon tun.
Frühling: Der klassische Start
Im Frühling beginnt die Hauptsaison für viele Gemüsesorten. Tomaten, Gurken oder Zucchini werden ausgesät, sobald es warm genug ist. Kinder erleben hier besonders gut, wie aus einem kleinen Samen langsam eine Pflanze wird.
Sommer: Pflegen und Neues säen
Im Sommer geht es ums Gießen, Beobachten und Naschen. Gleichzeitig können bereits Wintergemüse oder schnell wachsende Sorten ausgesät werden. Wenn kein Gemüse mehr geplant ist, eignet sich Gründünger. Er blüht, zieht Insekten an und verbessert den Boden – ganz nebenbei lernen Kinder etwas über Bodengesundheit.
Herbst: Ernten und verarbeiten
Der Herbst ist für Kinder oft die spannendste Zeit. Überall wird geerntet, Kartoffeln werden aus der Erde geholt und vorher darf geschätzt werden, wie viele sich wohl verstecken. Aus dem Geernteten lassen sich Marmelade, Apfelmus oder eingekochtes Gemüse herstellen. Kinder essen deutlich lieber, wenn sie an der Zubereitung beteiligt waren.
Außerdem ist der Herbst ideal, um ein Hochbeet anzulegen oder Samen zu sammeln und aufzubewahren.
Winter: Planen und vorbereiten
Im Winter wird weniger draußen gearbeitet, dafür mehr geplant. Gemeinsam könnt ihr überlegen, welches Gemüse ihr mögt, was ihr ausprobieren wollt und wie euer Beet im nächsten Jahr aussehen soll. Für den Anfang reichen drei bis fünf Sorten völlig aus.
Kleine Projekte statt großer Gärten
Kinder haben eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne. Deshalb ist es hilfreich, Projekte überschaubar zu halten.
Ein eigenes Kinderbeet ist für viele Kinder ein echtes Highlight. Sie dürfen selbst entscheiden, was gesät wird, und erleben den gesamten Weg vom Samen bis zur Ernte.
Falls kein Garten vorhanden ist, reicht auch:
- eine Holzkiste
- ein Balkonkasten
- ein großer Topf
Mit Gemüseerde gefüllt und eventuell mit einer wasserdurchlässigen Folie ausgelegt, lassen sich diese Gefäße flexibel aufstellen. Je nach Jahreszeit können sie näher am Haus oder geschützter platziert werden.
Welche Pflanzen eignen sich besonders gut?
Kinder greifen gerne zu Obst und Gemüse, das gut erreichbar ist und direkt genascht werden kann. Besonders geeignet sind:
- Tomaten
- Erdbeeren
- Snackgurken
- Erbsen
- Himbeeren
- Radieschen
- Möhren
Diese Pflanzen wachsen relativ zuverlässig und sorgen schnell für Erfolgserlebnisse.
Offen bleiben für Neues
Meine Erfahrungen – auch aus der Kita – zeigen, dass Kinder oft offener essen, als wir denken. Neben klassischen Sorten mögen viele Kinder auch Möhrensalat, Rote Bete oder gemischten Blattsalat.
Wichtig ist, Neues gemeinsam zuzubereiten und ohne Zwang zu probieren. Manchmal reicht ein kleiner Löffel. Ein Lebensmittel muss mehrfach probiert werden, bevor ein Kind entscheiden kann, ob es ihm wirklich schmeckt.
Kindgerechtes Werkzeug nutzen
Gartenwerkzeuge sollten immer auf Kinder abgestimmt sein. Sie müssen leicht, klein und gut greifbar sein. Abgerundete Kanten sorgen für mehr Sicherheit.
Eine Gießkanne ist fast immer der Favorit. Auch wenn dabei nicht alles Wasser an den Wurzeln landet – das gehört dazu. Freude am Tun ist wichtiger als Perfektion.
Gärtnern als gemeinsamer Lernprozess
Gärtnern mit Kindern ist kein Projekt mit festem Ziel, sondern ein Prozess. Es geht um Mitmachen, Ausprobieren und gemeinsame Erfahrungen. Wenn du den Druck herausnimmst und den Weg in den Vordergrund stellst, wird der Garten zu einem Ort, an dem Kinder lernen, wachsen und neugierig bleiben dürfen.
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